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Sicher nicht durch die Krise

Zur Effizienzsteigerung einst ins Unternehmen integriert, werden die IT-Abteilungen heute immer mehr zu den Verwaltern eines Status Quo, der die Innovationskraft der Unternehmen erschwert. Mit "guten Gründen" werden innovative Lösungen verhindert, und damit die Zukunft der betreffenden Unternehmen unsicherer gemacht.

Waren es früher die Produktionsabteilungen, so diktieren jetzt die IT-Abteilungen "was geht, und was nicht geht". Von den Fesseln einer starren Produktion mit hohen Fixkosten befreit, stehen viele Top Manager heute vor einer ähnlichen Erfahrung wie einst: ein schnelles und flexibles Reagieren auf die Anforderungen des Marktes wird erschwert. Diesmal durch die "Produktionslogik" der mit hohen Kosten eingeführten und sorgsam gepflegten IT.

Dabei geht es - auch hier eine Parallele - wieder einmal um nichts anderes als das Verteidigen von Machtsphären und Einflußbereichen. Denn die Leiter der IT-Abteilungen erkennen die Notwendigkeit der Innovationen in den meisten Fällen an. Allerdings bauen sie ebenso oft auf die zweit- bis drittbeste Lösung, weil sie dafür aber aus dem eigenen Haus, vom zentral gesteuerten Lieferanten oder vom Geschäftspartner auf dem Golfplatz kommt.

Sie kennen diese Fälle aus dem eigenen Unternehmen nicht? Schätzen Sie sich glücklich.

In zwei sehr aktuellen Fällen meiner Berufspraxis gibt es auf der einen Seite extrem innovative Lösungsansätze von ausgewiesenen Spezialfirmen, die viele Mannjahre in die Entwicklung der entsprechenden Technologie investiert haben. Selbst die ebenfalls spezialisierten Wettbewerber haben große Schwierigkeiten, den Vorsprung dieser Anbieter einzuholen. Auf der anderen Seite versuchen die IT-Abteilungen der Unternehmen, die vom Einsatz dieser Lösungen profitieren könnten, ihr Top Mangement davon zu überzeugen, daß eine Entwicklung unter der Obhut der eigenen Abteilung effektiver und effizienter sei.

Cloud Computing falsch verstanden. Oder: Wie man sich eine eigene Wolke baut, aus der das Top Management erst fällt, wenn es schon zu spät ist.

Keine Frage: Der Hype um Cloud Computing drängt möglicherweise wichtige Aspekte in den Hintergrund, die noch nicht ausreichend gelöst erscheinen. Die Inbrunst, mit der diese Diskussionen auf betrieblicher Ebene geführt werden, läßt jedoch vermuten, daß es nicht um die Sachfrage alleine geht. Wer die Aufgabe hat, ein Unternehmen sicher durch krisenhafte Situationen zu führen, muß die Sachinformation von der begleitenden Emotion entkoppeln und unter Mangel an vollständiger Information richtungsweisende Entscheidungen treffen.

Linienmanager von Fachabteilungen helfen dabei manchmal wenig. In einem meiner nächsten Blog-Einträge werde ich mich diesem Problem erneut stellen und Ihnen erzählen, wie Strategen führender Unternehmen das sehen, und wie sie deshalb ihre Organisationen aufbauen.

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